Was auch passieren kann

Lange nicht mehr gebloggt, ich weiß, ich weiß. Ab Sonntag bin ich auch wieder zu Hause und ich habe mir ein paar Sachen zum Erzählen aufgehoben. Wie zum Beispiel meinen Besuch in Jaipur. Außerdem hatte ich am Tag danach auch keine Lust, darüber zu schreiben, dafür war die Stimmung zu schlecht.

In Delhi hat sich nämlich am Montag ein 27-jähriger Exiltibeter selbst verbrannt. Aus Protest gegen den Besuch von Chinas Regierungschef Hu Jintao, der momentan in der Stadt ist, weil sich die Brics-Staaten hier treffen. Hu ist das Feindbild Nummer Eins für die politisch aktiven Tibeter, da er dem Land vorsteht, dass Tibet seit mehr als fünf Jahrzehnten besetzt und teilweise gewaltsam unterdrückt. Ich denke, auf diese Fakten kann man ohne große Diskussion so festhalten.

Mit rund 110.000 Menschen stellt Indien die größte exiltibetische Gemeinde der Welt. Die meisten Tibeter wohnen im Dharamsala im Norden, wie auch der Dalai Lama. Delhi hat auch eine große und recht aktive tibetische Szene, zu der auch mein Mitbewohner gehört. Er war auf der Demonstration, auf der sich der Mann mit Brandbeschleuniger übergossen und angezündet hat. Auf den hundert Metern, die er dann noch gelaufen ist, ist er auch an meinem Mitbewohner vorbei gekommen.

Gleichzeitig war mein Kollege Harish dort, er ist Fotograf und hatte die bemitleidenswerte journalistische Pflicht, zu dokumentieren, was dort geschieht. Seine Bilder kann man online sehen, ich verzichte auf die Verlinkung.

Ich habe an der Meldung über die Selbstentzündung mitgearbeitet und die Nachricht ist mir aufgrund der eben genannten Gründe nahe gegangen. Ich hatte mit meinem Mitbewohner eine SMS geschrieben und wusste deshalb Bescheid. Es ist mir zum ersten Mal passiert, dass mich eine Nachricht persönlich berührt und schockiert hat. Das gehört sicherlich zu dem Job, aber es ist eine Erfahrung, die ich in nächster Zeit ungern nochmal machen möchte. Und ich war ja noch nicht mal selbst vor Ort.

Deshalb gab es also hier nichts zu lesen. Mehr erzähle ich gerne persönlich, wenn ich wieder da bin. Das ist am Sonntagnachmittag der Fall und ich freue mich darauf!

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Ein Bild, ein Bild!

Metro Rajiv Chowk/Connaught Placce

Entspannt ist anders: Die Metro unter dem Connaught Place kurz nach 19 Uhr. Unter dem Dach steht der Zug.

Es ist mir in der Tat gelungen, ein Bild hochzuladen. Whoot, whoot!

Man sieht darauf einen Bahnsteig der Metrostation Rajiv Chowk, so der Name der Haltestelle unter dem Connaught Place. Aufgenommen habe ich das Bild im Feierabendvekehr und zwar mit meinem Handy, daher die Qualitätseinbußen, aber immerhin konnte ich es hochladen. Ich stand übrigens auf der Brücke, die über die Gleise führt. Von der anderen Seite fährt nämlich meine Bahn nach Shadipur ab und dort ist es glücklicherweise nicht ganz so voll.

Am Wochenende fahre ich nach Jaipur, das ist die Hauptstadt des Bundesstaates Rajastan. Sie ist ein bisschen weiter entfernt als Agra, wo ich den Taj Mahal besichtigt habe, aber immer noch nicht weit genug, um die fünfeinhalb Stunden Busfahrt zu rechtfertigen. Aber gut, so ist das hier nun mal. Der Bus hat immerhin eine Klimaanlage und ist von Volvo. Die gehören hierzu den besten Bussen, die man kriegen kann. In Jaipur werde ich im Hotel Krishna Palace absteigen, falls mir jemand nachstalken möchte.

Außerdem gibt es Neuigkeiten von der Rikschafront. Ich habe nämlich augenscheinlich meine Handel-Skills geupped und bin zwar noch nicht auf Level Inder, aber fast. Jedenfalls kriege ich es seit gestern hin, für nur noch 30 Rupien zur Arbeit zu fahren und nicht mehr für 40. Dabei hat mir geholfen, dass es mir gestern gelungen war, einen Rikschamann dazu zu bringen, sein Taxameter anzuschmeißen. Ein Unterfangen, das ich nach totalen Misserfolgen am Anfang aus Zeitgründen aufgegeben hatte. Mittlerweile weiß ich aber, wie viel ich von wo bis wo offiziell zahlen muss und das ist ein immenses Druckmittel. Morgen will ich den Fahrer mit den Worten „It’s the law“ überzeugend, sein Taxameter anzuschmeißen. Dann habe ich rikschamäßig alles erreicht.

Achja, falls es jemanden gibt, der nicht genug von meiner Bloggerei kriegen kann: Ich habe für den Blog meiner Journalistenschule einen längeren Text über meine Ankunft und mein bisheriges Delhianer-auf-Zeit-Sein geschrieben. (Ich bitte darum, denn Link unten im Text anzuklicken, genauso wie den im ersten Artikel der dort verlinkten Seite.)

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Vom Einkaufen

Allein in meiner kleinen Straße gibt es auf den hundert Metern zwischen der chaotischen Hauptverkehrsader und der Abzweigung zu meiner WG gut 50 verschiedene Geschäfte. Da muss man sich als Supermarkt-Mensch erst mal zurecht finden.

Mein größtes Problem mit der Einkauferei hier ist, dass ich nie so richtig weiß, wer was verkauft. Meine Grundnahrungsmittel bekomme ich mittlerweile problemlos, aber sobald es mal etwas exklusiver wird, muss ich Tamding fragen. Wie neulich, als ich die Küchenreibe kaufen wollte, die ich für meine – hier schon des Öfteren erwähnten – Reibekuchen gebraucht habe. Tamding wusste sofort Bescheid, da gebe es so einen Laden hundert Meter die Hauptstraße runter, direkt an der Ampel.

Ich hätte den ohne Tamding nie im Leben gefunden, denn der Küchenwarenladen sieht aus wie jeder Laden hier: Ungefähr zwei Meter breit, drei hoch und fünf Meter lang. Garagenartig, wie die Geschäfte in Old Delhi, von denen ich ganz am Anfang mal berichtet habe. Die Wände bestehen aus Regal, in denen die Ware verpackt in Kartons und Plastiktüten möglichst gut getarnt lagert und zur Straße hin ein Tresen. Kassen gibt es nicht, es wird, falls nötig, per Taschenrechner addiert und das Geld lagert in der Schublade. Meine Kartoffelreib-Pantomie verstand der nur Hindi sprechende Verkäufer übrigens sofort, 60 Rupien und das Gerät war mein.

Wichtig ist: In solchen echten Geschäften wird nicht gehandelt. Beim Gemüsehändler davor, der Kartoffeln, Äpfel und Bananen vom Karren verkauft, hingegen schon.

In meiner Straße verkaufen – glaube ich – neunzig Prozent der Läden den selben Kram: Chips, gekühlte Getränke, Fertignudeln (Maggi Magic Masala), Toastbrot. Dazu kommt dann immernoch irgendein Alleinstellungsmerkmal, das man dann auch nur dort bekommt. Das macht das Ganze so schwierig. Lustig ist allerdings, dass nahezu jeder Lebensmittelladen – unabhängig davon, was er sonst noch verkauft – eine Palette Hühnereier auf dem Tresen stehen hat. Am besten gefällt mir das bei dem Schreibwarenhändler, der zu den zehn Prozent derer gehört, die nicht den selben Kram verkaufen. Er hat auch Eier im Angebot. Die sind hier übrigens immer weiß, ich habe hier noch nie ein braunes Hühnerei gesehen.

Zu den zehn Prozent der Individual-Läden gehört auch der Reismann. Den verkauft er nämlich säckeweise, so viel habe ich herausgefunden. Was er allerdings noch im Angebot hat, weiß ich nicht. Ich glaube Mehl, Zucker und Salz sollte man bei ihm kriegen und dazu noch ganz viele Linsen und anderen Kram, den ich nur in verpackt und mit erklärender Aufschrift und Kochanleitung kenne. Hier erkenne ich ihn nicht. Da offenbaren sich Defizite in Gehirnwindungen, die wir bei uns in Europa einfach nicht mehr brauchen.

An der Hauptstraße sind übrigens zwei Metzger. Sie gehören laut Tamding zur muslimischen Gemeinde, was bedeutet, dass es dort Rind gibt. Vornehmlich landen dort aber Hühner auf dem Holzblock, der im Fenster steht und werden per Hackbeil geschlachtet und zerlegt. Gekühlt wird nichts, das Fleisch liegt offen aus und ich bin Vegetarier auf Zeit.

Genauso fremd wie die Schlachterei war mir zu Beginn meines Aufenthalts hier die Mentalität des Einkaufens. Man geht in diese Läden ja nicht rein, sondern sagt wie bei Tante Emma (wahrscheinlich jedenfalls, hab nie bei einer eingekauft), was man haben will. Die Sprache ist nur selten ein Problem, entweder hilft Pantomime oder der nächste Passant. Die eigentliche Hürde ist es, nicht zu ruhig zu sein. Meistens stehen nämlich irgendwelche Menschen vor dem Laden und quatschen mit dem Verkäufer oder kaufen selber ein. In beiden Fällen darf man aber nicht den Fehler machen und supermarktkassengeschult warten, bis man dran ist. Einfach die Stufe ins Geschäft hochklettern, sich halb über den Tresen legen und sagen, was man will. Dann wird einem die Ware präsentiert und augenscheinlich ist es Käuferkodex, dass man sich das Produkt erst mal ausgiebig beguckt, es dreht und wendet, wieder hinlegt, den Preis (der immer draufsteht) noch mal nennt und erst dann dem Kauf zustimmt. Dann kommt eine Plastiktüte drumrum (um alles und immer außer bei Flaschen) und dann beginnt die Wechselgeldschlacht. Am besten zahlt man passend, sonst muss der Verkäufer schon mal seinen Laden verlassen, um beim Kollegen Apotheker oder Drogeristen zu wechseln. Dort wird wohl tendenziell am meisten Geld gelassen. Auch wenn meine vier Magentabletten (man kauft einzeln) vom Wochenende ganze 19 Rupien gekostet haben. Das sind 27 Cent.

Ich habe übrigens einen neuen Freund gewonnen. Wie er heißt, weiß ich leider nicht, aber das ist auch egal. Es ist mein persönlicher Getränkeverkäufer. Nicht der Deutschsprechende, von dem ich am Anfang mal berichtete, sondern mein uralter, leidlich englischsprechender Sikh-Nachbar. Er hat einen winzigen Laden direkt bei mir um die Ecke, einen ziemlich langen Bart und verdient an mir ein Vermögen von rund 40 Rupien pro andertalb Tage. Dann kaufe ich bei ihm nämlich meine drei, vier Liter Wasser und mit den am schlimmsten zitternden Händen, die ich je gesehen habe (er schlägt förmlich aus), tippt er dann die Preise in seinen Taschenrechner und hält ihn mir hin. Wenn ich mich dann bedanke und verabschiede, sagt er immer das wahrscheinlich einzige englische Wort, das er perfekt aussprechen kann, und das zur Feier des Tages gleich doppelt: „Welcome, welcome!“ Als ich neulich mal zwei Tage nicht bei ihm war, weil ich noch genug Wasser zuhause hatte, passte er mich abends nach der Arbeit ab und rief hinter mir her. Als ich einen meiner Nachbarsjungen (wir klatschen uns mittlerweile ab, wenn wir uns begegnen) dann bat, zu übersetzen, kam raus, dass er sich wunderte, warum ich denn so lange kein Wasser mehr gekauft habe. Am nächsten Tag stand ich natürlich wieder bei ihm auf der Matte. Welcome, welcome.

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Manchmal, aber nur manchmal…

Es gibt Tage, an denen hasse ich Indien. Da wird mir das hier alles zu viel, der Smog, der Lärm, der Verkehr, das Essen.

Heute ist so ein Tag und zwar vor allem, weil ich jetzt schon zum dritten Mal größere Probleme mit dem indischen Essen habe. Und wie immer weiß ich nicht, warum. Ich betrachte mittlerweile sowieso schon jede Mahlzeit als potenziell vergiftet und deshalb schlafraubend, aber gestern haben mich selbst Fertignudeln fertiggemacht.

Netterweise hat daraufhin die Nachbarin aus dem ersten Stock vorbeigeschaut. Sie ist eine Freundin von Tamding und Krankenschwester in einem der angesehensten staatlichen Krankenhäuser Delhis. Sie hat mir Tabletten empfohlen, die nehme ich jetzt heute und morgen. Sie meint, dass ich dann Ruhe haben müsste. Viel trinken soll ich und nicht scharfes essen. Ich wäre echt froh, wenn das die Lösung wäre. Die letzten Tage waren eher unangenehm.

Zu meinem heutigen Indien-Überdruss trägt auch bei, dass Windows Vista nun streikt. Ich hatte es zuhause nach einem Crash neuinstallieren müssen, nun meint es ich hätte es – obwohl schon mal verwendet – aktivieren müssen und da ich es aus Mangel an CD-Keys etc. nicht getan habe, muss ich nun auf Ubuntu zurückgreifen. Da ist kein Skype drauf und generell läuft nur die Hälfte und über meine Bitrate hier hatte ich mich schon oft genug geäußert. Arrrg.

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Dem Fahrer zum Dank

Dieser Eintrag ist meinem heutigen Rikschafahrer gewidmet.

Und zwar deshalb, weil er mir von sich aus für meine morgendliche Strecke von der Metrostation Race Course (Indian Englisch, sprich: Rees Kurs) zur Arbeit den total vernünftigen Preis von 30 Rupees gemacht hat. Alle seine Kollegen fangen grundsätzlich bei 50 an, um sich dann auf 40 runterhandeln zu lassen. Er war anders.

Desweiteren hat er diesen Eintrag verdient, weil er auf meinen Hundertrupeeschein anstandslos herausgegeben hat. Das ist mir bislang noch nie passiert. Bisher hieß es immer, man habe kein Wechselgeld für diese schwindelerregend hohen Summen. Er war wieder anders.

Und schließlich rechtfertigt sich seine Erwähnung dadurch, dass er mich schnell, sicher und vor allem ohne zu viel Huperei zum Ziel befördert hat. Seine Kollegen machen das lieber mit Kamikazemanövern, Hupattacken und Beschleunigungen bis an die Grenze des Rikschatachos, um dann zu Bremsen, als sei plötzlich eine Heilige Kuh vom Himmel gefallen, und sich dann  mit einen halben Stundenkilometer zwischen drei Autos durchzudrängeln. Er war – natürlich – anders.

Ein Hoch auf diesen zuvorkommenden Turbanträger am Steuer seiner gelbgrünen Motorrikscha! Wären nur alle so wie er.

 

Eine kleine Anmerkung: Ich würde sehr gerne über meinen Besuch in der Kathputli Colony, einem Künstler-Slum, bloggen. Dort war ich am Montag und ich habe dort einiges erlebt und gesehen, was ich gerne aufschreiben würde. Allerdings mache das schon für meinen Arbeitgeber und will mir nicht selbst den Stoff klauen. Außerdem hoffe ich ja, dass ihr den Text demnächst auf der Auslandsseite eurer Regionalzeitung lesen könnt. 

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Wie ich einmal fast in der indischen Hip-Hop-Szene war

 Ich habe ungefähr so viel Ahnung von Hip Hop, wie ein indischer Koch von einem ordentlich Hacksteak. Aber ich kenne Eminem und das hat mir heute als Eintrittskarte in den Underground Delhis gereicht.

Heute war ein Gammeltag. Ich habe lang geschlafen, danach zuhause rumgehangen, mir in einer einstündigen Bekloppten-Aktion das zehnminütige Youtube-Video zum gestrigen FC-Sieg angesehen (diese Ladezeiten!) und danach Wäsche gewaschen. Das ist hier etwas aufwändiger, da ich auf der Hand und in Eimern waschen muss, aber auch keine Beschäftigung für einen Tag.

Mein Faulenzplan sah dann noch vor, unten vor dem Haus zwei Flaschen Wasser zu kaufen. Hätte ich nicht gegen 17 Uhr einen Rappel bekommen und mich mit Kamera bewaffnet zur Metro begeben, hätte ich einiges verpasst.

Schon bei der obligatorischen Sicherheitskontrolle in der Metro merkte ich, dass heute irgendwas in der Luft lag, denn der sonst zum grimmigen Schweigen verdammte Abtastmann fragte mich fröhlich die berühmte Frage („Which country?“) und entließ mich gut gelaunt in Richtung Drehkreuz und Bahnsteig. Die Metro kam sofort und in ihr stand ein echter indischer Hip Hopper in Baggys, XXL-T-Shirt und ordentlich Blingbling in Form einer übertrieben protzigen Glitzeruhr, die das maue U-Bahnlicht auf Suchscheinwerferniveau pimpte. Seine Ohrstecker waren aus dem gleichen Material und aus den daneben angebrachten Kopfhörern wummerten die Beats.

Erst standen wir nur schweigend herum, aber ich spürte, dass er mich gleich mit irgendeiner Frage ansprechen würde. Geistig hatte ich als Antwort schon „I’m from Germany“ aus der Kiste der Sätze, die ich nach Indien mindestens einen Monat lang nicht mehr sagen möchte hervorgeholt, als ich umdisponieren musste. „I’m from Germany“ passte beim besten Willen nicht auf „Do you know Eminem?“ Ein „Yes, of course“ bekam ich allerdings trotzdem zustande und damit war dann der Kontakt hergestellt. Was ich als Australier denn hier in Indien machen würde, fragte er und ich konnte routiniert wieder meine überstrapazierte Herkunftsphrase aus der Kiste holen. Ob ich Hip Hop mögen würde.  Von meiner Antwort „Mostly, I listen to rock“ hat er wohl nur mostly verstanden, denn er lud mich umgehend zu sich und seinen Kumpels ein. Sie würden bald einen Track machen und wollten heute ein bisschen abhängen. Das Abhängen hatte ich für heute zwar gerade erst drangeben, aber der Typ war nett und seine Kumpels am Connaught Place, wo ich auch hinwollte.

Endi, mein indischer Hip-Hop-Freund, der im normalen Leben für eine australische Telekommunikationsfirma arbeitet (und deshalb vernünftiges Englisch spricht), führte mich dann in die Einkaufspassage unterm Connaught Place und dort in einen kleinen Laden, an dessen Eingang er extrem unindisch mit ein paar Typen einschlug, um dann – mich immer im Schlepptau – ein winzige Treppe hinten im Laden heraufzustiefeln. Oben angekommen begrüßten uns vier oder fünf Nachwuchs-Ganster betont cool mit Handshake und „Jo, man“. Da war ich also. Von der Couch (die ich nicht habe) in den Delhianer Hip-Hop-Underground.

Das dachte ich jedenfalls die ersten paar Minuten. Der Raum – vier mal zweimeterfünfzig – war ein Tattoo-Studio ohne Liege oder Stuhl, dafür aber mit einigen Nadeln und Farben auf dem Regal, ein paar typischen Tattoopostern mit Tribals und anderen Klischees an den Wänden, die Decke in den Farben der jamaikanischen Flagge bemalt, an einer anderen Wand dazu passend diverse Kifferkarikaturen mit Hanfblättern und vollgedröhnten Rastafaris, neben denen – wir sind in Indien – ein kleiner Schrein für irgendeine der zahllosen Gottheiten in die Wand gehämmert war. Zentrum des Raumes war allerdings ein großer PC-Flachbildschirm, der mir dann auch die Illusion nahm, bei Hip-Hoppers zuhause zu sein. Denn zunächst wackelte J.Lo bzw. ihr Hintern über den Bildschirm, dann rappten zur Ehrenrettung kurz Rick Ross und Snoop Dogg, um dann von einem kurzen Anspiel von Dragostea din tei abgelöst zu werden. Da war es dann bei mir vorbei, ich war leicht enttäuscht.

Aber nicht lange, denn obwohl das hier allerhöchstens halb „real“ war, gab es immerhin einen Oberpimp, zu dem die ganzen Homies wie Endi gehörten. Wie dieser weiche Riese von 150-Kilogramm die Treppe raufkam, ist mir nicht ganz klar, ich vermute er hat da seine Leute zu. Die haben wohl geschoben und gedrückt, bis er oben ankam. Dort begrüßte er mich dann freundlich, drückte sofort einem seiner Lakaien 500 Rupees in die Hand und sagte auf Englisch (!) „I want pizza.“ Damit war dann der Homie durch die Tür, bzw. die Treppe runter und der “Big Boss” (O-Ton Endi) konnte mir erzählen, dass er – erstens – kein Big Boss sei (I’m normal person) und – zweitens – seine halbe Familie in Deutschland (Frankfurt, Hamburg) bzw. Belgien leben würde. Das war dann genug Smalltalk, denn er ging dazu über, T-Shirts in Hauptsegelgröße anzuprobieren, die ihm seine Homies vorher besorgt hatten. An dieser Stelle eine kleine Anmerkung an alle tattooaffinen Menschen da draußen: Wenn schon Schriftzug über den Bauch, dann nicht zunehmen. Vor allem nicht so stark.

Irgendwann – der Big Boss hatte sich bloß für zwei T-Shirts (gelb-weiß-gestreift, grün-weiß gestreift) entschieden – habe ich mich dann verabschiedet. Ich hatte Hunger und die Jungs haben wirklich nur rumgehangen. Und das wollte ich ja eigentlich vermeiden. Ich habe mich also bei Endi und – natürlich – beim Big Boss verabschiedet und bin die enge Treppe wieder runtergekraxelt, um mich auf die Suche nach einem McDonalds oder einem KFC zu machen, denn nach drei Wochen hier habe ich momentan das Bedürfnis, Dinge zu essen, die ich kenne.

Aus diesem Grunde gab es gestern schon in meiner tibetanischen WG selbst gemachte rheinische Reibekuchen mit selbst gemachtem Apfelmus (Ohja!), aber ich vermute, damit habe ich den asiatischen Gaumen nicht unbedingt gereizt. Tamding hat natürlich nachgenommen und mich für meine Kochkünste gelobt, aber ich glaube, mit einer heißen Nudelsuppe macht man ihm mehr Freude.

Deshalb also McDonalds oder KFC, ich wollte mit meinem Verlangen nach bekanntem Essen meine WG nicht quälen. Es wurde dann schließlich der McDonalds am Connaught Place, der natürlich so gut wie nichts an bekannten Burgern hat. Rindfleisch ist hier einfach nicht drin. Mancherorts (nicht hier) sind wohl schon Leute gelyncht worden, weil sie Rindfleisch gegessen haben. Einen McCicken gab es bei McDonalds aber und im Menü kostet der hier lächerliche 135 Rupees, also um die zwei Euro. In Deutschland zahlt man so um die fünf Euro, glaube ich. Gesättigt mit der immer gleichen, aber bekannten Pampe bin ich dann wieder nachhause gefahren, womit dieser Text jetzt auch sehr plötzlich, aber entschieden endet.

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Vom Fußball in Indien

Der FC hat 1:0 gegen Hertha gewonnen. Neun Kölner gegen zehn Berliner und alle gegen einen irren Schiedsrichter. Vielmehr habe ich von diesem potenziell denkwürdigen Spiel nicht mitbekommen, denn Fußball findet in Indien nicht statt. Ein Leidensbericht.

Als ich meinen Kollegen fragte, ob man hier in Delhi irgendwo Bundeliga schauen könnte, hat er mich gequält angesehen und aufgelacht. „Hier? Fußball? Vergiss es?“ Dann erklärte er mir die Kricketregeln.

Kricket ist Fußball für Indien, nur noch bedeutsamer. Es läuft rundenbasiert ab, wie der alte Gamer sagen würde. Wie beim Baseball wirft ein Spieler der einen Mannschaft und der der anderen muss den Ball wegschlagen. In der Zeit kann er dann eine bestimmte Strecke laufen und damit Punkte machen. Wenn er es schafft, den Ball aus dem Spielfeld zu schlagen, gibt es noch mehr Punkte. Das ganze dauert dann (je nach Spielsystem) zwischen drei Stunden und fünf Tagen. Ich äußerte mich bereits dazu.

Mein Kollege hat sich mit Kricket arrangiert, auch wenn es ihn nicht sonderlich interessiert. Hockey kann man hier noch gucken, das war es dann aber auch. Auf Fußball muss er – eingefleischter Unioner –  also komplett verzichten, ihm ist nicht eine Kneipe in der Stadt bekannt, die Bundesliga oder wenigstens Championsleague zeigen würde. Und er hat gesucht. Sein Gegenmittel ist die 11Freunde, die er abonniert hat. Sie liegt meistens mit moderaten zwei Wochen Verspätung im Briefkasten.

Um das wichtige FC-Spiel irgendwie verfolgen zu können, blieb mir also auch heute nichts anderes übrig, als den Surfstick zu beschlagnahmen, Kicker, Express, Transfermarkt und bundesliga.de simultan zu öffnen und die schnellsten Ticker rauszusuchen. Dann habe ich noch WDR2 gestreamt, das ging wie immer eher so mäßig. Heute hatte der Stream die tolle Angewohnheit, dann abzustürzen, wenn gerade nach Köln geschaltet wurde. Kein Witz.

Diesen Misslichkeiten ist es auch zu verdanken, dass ich schon jubelnd in meinem Zimmer umher lief, weil  ich bei bundesliga.de gelesen hatte, dass Kobiashvili mit Gelb-Rot runter musste. Die Ernüchterung kam dann eine Minute später mit der Roten Karte für Poldi, mein Webradio schwieg zu der Zeit.

Gegen Ende des Spiels hatte mein Puls Stadionschlagzahl erreicht und wummerte in einer bedenkenswerten Frequenz. Als dann nach einigen Minuten Pause mein Webradio wieder anlief und ein Reporter „Tooor…“ brüllte, setzte mein Herz den berühmten Schlag aus, fand aber nach dem Zusatz „…in Wolfsburg“ gerade noch rechtzeitig zurück in den Rhythmus. Den konnte es dann auch halten, denn kurz darauf hatte der Schiedsrichter in Köln – wenn schon mit niemandem – mit meiner tausende Kilometer entfernten Gesundheit ein Einsehen und pfiff ab.

Dennoch sind wir – der Surfstick und ich – uns einig, dass das so nicht weitergehen kann. Ich bin noch drei Spieltage hier in der Fußball-Diaspora und bitte um Lösungsvorschläge.

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Happy Holi!

Die nächste Festivität steht an: Nach dem tibetischen Neujahr, steigt morgen Holi, das hinduistische Frühlingsfest. Und ich bleibe wohl sicherheitshalber zu hause.

Holi ist ein buntes und fröhliches Fest. Vor allem bunt, denn es wird den Tag über mit Farben geworfen. Trockenes Pulver, gefärbte Wasserbomben, klebrige Glitzerflocken. Eigentlich lustig, doch da das Ganze traditionell unter Bangh-Einfluss (also stoned) passiert, sollten Weißnasen lieber zu hause bleiben. Das haben mir sowohl meine Kollegen bei der dpa geraten, bei der sich seit Montag arbeiten, wie auch meine Mitbewohner.

Immer wieder kommt es an Holi zu Übergriffen auf Ausländer. Richtig lustig soll das Fest nur bei Familien oder auf dem Land sein, hier in Delhi ist es in den vergangenen Jahren wohl ausgeartet. Schade. Aber vielleicht kann ich von meiner Dachterrasse ein paar bunte Bilder schießen.

Ansonsten kann ich jetzt auch stolz meine erste Magenverstimmung vorweisen, die mich vorgestern Nacht um den Schlaf  und meine Kollegen um meine Anwesenheit am zweiten Arbeitstag gebracht hat. Was dafür verantwortlich war, habe ich noch nicht herausgefunden, denn das Essen in der Redaktion wurde von einem sehr guten Restaurant geliefert und das Abendessen hier in der WG habe ich bislang auch gut vertragen. Ich hoffe mal, es war ein einmaliges Missverständnis zwischen meinem Magen und dem Essen hier. Ansonsten bin ich mit der Arbeit sehr zufrieden und die Kollegen nehmen sich Zeit für mich und sind sowieso nett. Kann so weitergehen.

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Serie: Taj Mahal – Agra macht Aggro

Der letzte Teil meiner Serie und er wird kurz ausfallen, denn Agra hat mir gar nicht gefallen. Nur ein paar Worte dazu.

Agra ist eine krasse Touristenstadt. Das war zu erwarten, denn da steht ja immerhin der Taj Mahal (das erwähnte ich wohl bereits) und dementsprechend voll ist es dort von Schleppern, Rikschafahrern, von oberster Stelle zertifizierten Guides (ungefähr dieser Qualität) und sonstigen Nervbolzen.

Das war soweit kein Problem, denn darauf war ich vorbereitet. Sie haben etwas härter verhandelt und waren im Zweifel etwas unfreundlicher, aber gut.

Was ich schlimmer fand, war die Stadt selbst, denn sie ist trotz der Einnahmen, die sie aus dem Besuch von mehr als drei Millionen zahlungskräftigen Touris im Jahr hat (oder haben müsste) ziemlich heruntergekommen. An einer Ecke brennt einfach ein Müllberg vor sich hin, generell liegt an jeder Ecke Dreck und Unrat auf dem Boden, die dortige Freitagsmoschee ist komplett heruntergekommen und es gibt unzählige Straßenköter.

Die Hunde sind allerdings nicht alleine, gesehen habe ich einen ganzen Streichelzoo mehr oder weniger possierlicher Tierchen. Als da wären: jede Menge Hühner, ein sehr großer Hahn (?), eine halbe Ziegenherde, diverse Kühe und Ochsen, ein Hausschwein, noch mehr Hühner und Ziegen, Pferde, Kamele (als einzige aber als Angestellte des Menschen) und wie gesagt Hundehundehunde.

Das ist sicherlich in vielen Städten Indiens so und ich habe auch gar kein Problem damit, dass es so ist. Allerdings wirkte die Stadt im Ganzen tatsächlich abstoßend auf mich, obwohl ich nun seit zwei Wochen in Delhi wohne – einer Stadt, die sicherlich nirgendwo einen Schönheits- oder Sauberkeitspreis gewinnen würde.

Was hingegen wiederum sehr schön ist, ist das Rote Fort Agras. Es prachtvoller als sein Namensvetter in Delhi und man hat einen tollen Blick auf den Taj Mahal. Und die Tiere, die dort leben sind nette Äffchen.

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Serie: Taj Mahal – Superlativ in weißem Marmor

Der Taj Mahal also. Das berühmteste Grabmal und das schönste Gebäude der Welt, eine „Träne auf der Wange der Ewigkeit“, wie es der indische Dichter Rabindranath Tagore ausdrückte, einer von vielen Menschen, die sich von dem weißen Marmor Weltwunder inspirieren ließen. Ich war da. Von den Schleppern, die mich dorthin gebracht haben, handelt der dritte und letzte Teil meiner Taj Serie – doch jetzt geht’s um das Meisterwerk selbst.

 „Die Kuppel von dem Taj Mahal / ist ziemlich groß und ziemlich prall“

Zu mehr Poesie hat mich der Taj leider nicht angeregt, aber das liegt nicht an ihm, sondern an meiner nicht vorhandenen Begabung fürs Dichten. Denn das Zeug zur Marmor-Muse (Spiegel Online, ich komme) hat das Grabmal Mumtaz Mahals alle Male. Es erhebt sich, auf einem Sockel ganz aus weißem Marmor, über eine riesige, perfekt symmetrische Parkanlage mit gestutzten Bäumen, saftig grünen Wiesen, gepflegten Blumenbeeten und einem ebenfalls symmetrischen Kanalsystem.

Die Symmetrie galt unter den Moguln, den muslimischen Herrschern, die hier um 1600 besonders aktiv waren, als höchste Kunst und der Taj Mahal ist die Perfektion der Symmetrie. Jede Seite ist absolut identisch, links des Grabmals steht eine Moschee, das Gästehaus auf der gegenüberliegenden Seite des Taj ist ihr eineiiger Zwilling. Genauso verhält es sich mit zwei prächtig verzierten Pavillons, die an der Ost- und Westseite der Parkanlage stehen und auch das Innere des Grabmals ist an der Längsachse gespiegelt.

Erbaut hat ihn unser aller Bekannter Shah Jahan zu Ehren seiner zweiten (und v.a. Lieblings-)Ehefrau Mumtaz Mahal. Ihr Name ist denn auch ein Ehrentitel, nämlich „Die Auserwählte des Palasts“, wenn ich mich an den Audioguide richtig erinnere. Es soll eine Liebensheirat gewesen sein, die sie mit Jahan damals zu Beginn des 17. Jahrhunderts schloss. Die Liebe soll so stark gewesen sein, dass Mumtaz sogar weiteren politischen Ehen ihres Mannes bedenkenlos zugestimmt habe. Sie soll gewusst haben, dass sie die Einzige für Jahan war.

Das Herrscherpaar hat 14 Kinder miteinander bekommen, doch Mumatz bekam bei der Geburt des letzten Kindes Blutungen, an denen sie kurzdarauf starb. Jahan soll halb wahnsinnig geworden sein und ab diesem Zeitpunkt nur noch Weiß, die Farbe der Trauer, getragen haben. Schnell soll er den Entschluss gefasst haben, ihr ein Grabmal zu errichten, das so prächtig ist, wie kein Zweites.

Es ist ihm gelungen. Er hat sich das Delhianer Humayun’s Tomb zum Vorbild genommen, zumindest für die Form Form (eckiges Gebäude, runde Kuppel), und mit dem Taj Mahal eines der beeindruckensten Gebäude der Welt geschaffen. Ich denke, da wird niemand – außer meiner Mitbewohnerin Lhakpa – widersprechen. Er ist zudem einfach schön. Im ästhetischen Sinne, nicht „irgendwie schön“, sondern einfach schön. Schwer zu beschreiben, merke ich gerade. Er besteht aus halbtransparentem weißen Marmor und scheint grell, wenn die Sonne darauf scheint, wie gestern. In die Außenwand sind mahnende Koranverse eingearbeitet und unzählige Blumenmuster, die allesamt aus glitzernden, fein gearbeiteten Edelsteinen und Diamanten bestehen. Innen setzen sich die Blumenmuster fort, die Koranzeilen wechseln aber von mahnend zu lebenspreisend. Das viereckige Hauptgebäude, Symbol der materiellen Welt, wird gekrönt von der berühmten runden Zwiebelkuppel, dem Symbol der geistlichen Welt.

Darin liegt also Mumtaz Mahal. Natürlich nicht in der Gruft, die jeder besuchen kann, die ist seit jeher nur zum Angucken. Mumtaz wurde damals schon in einer zweiten Gruft unterhalb der zugänglichen Ebene bestattet. Neben ihr ist das Grab Jahans – das einzige, was die Symmetrie stört.

Das lässt darauf schließen, dass Jahan gar nicht vorhatte, hier bestattet zu werden. Sein undankbarer Sohn Aurangzeb, der ihn – erstens – gestürzt und dann in das Rote Fort von Agra (immerhin mit Blick auf den Taj) eingesperrt hatte und – zweitens – in der Folge Jahans prächtiges Reich vor die Wand fuhr, tat ihm aber den „Gefallen“ und setzte ihn neben seiner Lieblinsgfrau bei. In einer schnöden Zeremonie, nicht in einer, die dem erfolgreichsten und wohl auch gutherzigsten Moguln Indiens gerecht geworden wäre.

Heute ist der Taj eine der Touristenattraktionen der Welt und er lebt spürbar von seiner Geschichte, die wohl weitestgehend den historischen Fakten entspricht. Trotz mehr als drei Mio. Besuchern im Jahr und dem Titel als meistfotografiertes Gebäude der Welt, war der Besuch dort sehr angenehm. Die Schlepper in Agra (dazu später mehr) dürfen nicht rein und im Preis inbegriffen ist eine Flasche Trinkwasser, was bei den gestrigen Temperaturen ein feiner Zug war.

In der Parkanlage verstreuen sich die Besuchermaßen, es gibt Sitzbänke, einen ganz okayen Audioguide und viel Schatten. Es ist angenehm ruhig, die Chaos-Stadt Agra (dazu mehr in Teil Drei) ist ausgesperrt.

Nur im Taj selbst herrscht natürlich keineswegs Grabesruhe. Das liegt einerseits an den Besuchern, aber anderseits noch viel mehr an den uniformierten Aufpassern, die jede Misslichkeit eines Touris mit einem schrillenden Pfiff aus ihrer Trillerpfeife quittieren. Ich hoffe, dass Mumtaz Mahal und Shah Jahan in weiser Voraussicht Ohrstöpsel mit ins Grab genommen haben.

 

 Grottiger Zusatzcontent für Apple-User: Bilden Sie mal einen Satz mit Taj Mahal!

Wer mit dem Finger auf das I-Pad drückt, ist dumm / es reicht ein Tippen – da Taj Mahal nicht so drauf rum!

 

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